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Englischunterricht mal anders - Der 11. September und die amerikanische Literatur

Während die Zwölfer in ihren ersten Abiturprüfungen schwitzten, durften die Englischschüler der elften Klassen des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums Gerstungen eine nicht alltägliche Unterrichtsstunde erleben.
Denn auf Initiative der Bibliothek Gerstungen und mit Unterstützung des "Lesezeichen e.V Thüringen." war der freie Lektor Helge Pfannenschmidt aus Dresden an das Gymnasium gekommen. Er referierte, teils in Deutsch, teils in Englisch, unter dem Zitat "Die Lücke, die der Teufel lässt" (Alexander Kluge) über die amerikanische Literatur nach dem 11. September 2001. Die Veranstaltung war zudem der Abschluss eines Projektes von Karoline Kallweit, der diesjährigen Freiwilligen im Sozialen Jahr Kultur der Gerstunger Bücherei. Im Vorfeld wurde hierfür ein kleines Angebot englischsprachiger Belletristik in der Einrichtung angeschafft. Dieses soll vor allem von den Schülern der Oberstufe genutzt werden.
In den Tagen nach den Anschlägen waren die Bilder von den Flugzeugen und den zusammenstürzenden Zwillingstürmen allgegenwärtig. Fast wie in einer Endlosschleife wurden sie immer und immer wiederholt. Von den Folgen des Terrorakts ist heute jeder unmittelbar betroffen, man denke nur an die strengen Flughafenkontrollen. Aber wie wurde dieser Tag in der Literatur verarbeitet? Gibt es Autoren, denen der Spagat zwischen Sensationslust und Ernsthaftigkeit gelungen ist?
Jonathan Safran Foers "Extrem laut und unglaublich nah" stand daher, als gelungenes Beispiel, im Mittelpunkt des Vortrags von Herrn Pfannenschmidt. Der 2005 erschienene Roman eines der erfolgreichsten jungen amerikanischen Autoren der Gegenwart wird aus der Perspektive eines 9-jährigen Jungen erzählt und versucht mit einer Mischung aus kindlicher Naivität aber auch mit dem nötigen Ernst die Geschehnisse des 11. Septembers zu verarbeiten.
Doch neben dem interessanten Inhalt bietet der vorgestellte Roman eine weitere Besonderheit, der in Pfanneschmidts Vortrag spezielles Augenmerk galt. Denn das Buch ist visuell gestaltet. So verstärken Bilder, Randbemerkungen und eine einzigartige Typografie die Aussage des Geschriebenen und der Leser wird aktiv in die Geschichte eingebunden.
Dies macht den Roman vor allem für junge Leser attraktiv. Da durch solche Gestaltungsmethoden, die oft totgesagte Gattung des Buches wieder lebendig wird.
Und so blieb am Ende einer interessanten und informativen Unterrichtseinheit die Hoffnung, die Schüler zum Lesen von (englischsprachiger) Literatur angeregt zu haben.

Für alle Interessenten englischsprachiger Literatur ist hier eine Liste mit einer Auswahl, der in der Bibliothek vorhandenen englischen Bücher: Ray Bradbury "Fahrenheit 451", William Golding "Lord of the Flies", Winston Groom "Forrest Gump", Nick Hornby "About a Boy", James Joyce "Dubliners", Frank McCourt "Angela’s Ashes", Anne Proulx "The Shipping News", William Shakespeare "Romeo and Juliet", John Updike "Terrorist", Lauren Weisberger "The Devil Wears Prada", Oscar Wilde "The Picture of Dorian Gray", ...

Karoline Kallweit
Freiwillige Thüringen Jahr Kultur
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